top of page
Bücherstapel (Einrichtung des Seminarliegers VILLA HENRIETTE)

Tickets helfen nicht, Reden hilft

Autorenbild: Judith AndresenJudith Andresen

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Täglich gilt es während eines Projekts Entscheidungen zu treffen & Wege auszuformulieren. Wenn das Team sich auf ein Ticketsystem geeinigt hat, mutieren kontroverse Themen gerne zu "Ticket-Kriegen".

Comic: Auge mit Uhr darin

Dabei wird Energie im Team verbraucht, die durch ein klärendes Gespräch schnell anderweitig genutzt werden könnte.


Je interdisziplinärer ein Team aufgestellt ist, desto mehr Fragen sind im Team zu klären.


Sitzt das Team nicht räumlich nah beieinander, findet man in interdisziplinären Teams in Mailboxen oder in Ticketsystemen eine Quasi-Abbildung des klassischen Wasserfall-Modells. Die Tickets werden in einer bestimmten Reihenfolge bearbeitet. Diese Reihenfolge entspricht der "alten" Wasserfall-Reihenfolge.


Was passiert? Nach flüchtiger Lektüre werden die Tickets zurückgewiesen, weil die Anforderungen und das zugelieferte Material zu dürftig, zu unklar, zu unvollständig sind. Aber auch Fragen zum CodingStyleGuide (z.B. wie "Spaces oder Tabs" zu nutzen sind) mutieren zu energischen Auseinandersetzungen, die in Mails oder Tickets abgebildet werden.


Hier wird das klassische Anforderungsdenken und der klassische Hierachiebegriff mit einem interdisziplinäre Team vermischt. Das knirscht. Und kostet Energie. In den zwölf Prinzipien des agilen Manifests heißt es dazu:

"The best architectures, requirements, and designs emerge from self-organizing teams."

Eine gute Teamarbeit setzt voraus, dass das Ziel des Projekts von allen mitgetragen wird. Eine weitere Voraussetzung ist, dass das Team sich auf gemeinsame Regeln geeinigt hat. Dies geschieht entweder "einfach so" (aber es passiert), oder es passiert willentlich und offen. Beim initialen Festlegen der Teamregeln gilt es die Regel zu verankern:

"Wenn wir uns nicht einig sind, sprechen wir mit einander."

Im ersten Moment ist es anstrengend,

  1. für jede Abstimmung ein Gespräch einzufordern bzw. ein (gutes) Meeting zu veranstalten (abhängig von der "Größe" der Fragestellung) und 

  2. die Ergebnisse im Ticketsystem / per Mail zu dokumentieren.


Dieses Vorgehen spart aber die vielen Fragen, Antworten und Emotionen ein, die sich durch das bloße Nutzen des Ticketsystems ergeben.

bottom of page