
Abfall vermeiden - avoiding waste - ist ein Grundprinzip. In allen Umgebungen, die den Flow optimieren wollen, wird dies grundlegend verfolgt. Kanban, Lean Management und das Toyota Produktionssystem sind nur einige Beispiele dafür.
Taiichi Ohno benannte neben sieben Arten der Verschwendung drei Kategorien von Abfall:
Muri - Überlastung (japanisch 無理 - Unvernunft, 無理をする - sich überanstrengen)
Mura - Unausgeglichenheit (japanisch ムラ - Unebenheiten)
Muda - Verschwendung (japanisch 無駄)
Von den Auswirkungen der Pandemie sind wir alle betroffen. In meinem Kontext hat sich Arbeit stark verändert. Die drei Ms sind mir vor Kurzem wieder begegnet. Dabei haben sie etwas in mir zum Klingen gebracht.
Fangen wir mit Muri an. Was bedeutet das? Was steckt da eigentlich drin?
neue Herausforderungen
In Überlastung zu kommen, ist in dieser Zeit nicht allzu schwierig. Meetings finden online statt. Kollaboration und Zusammenarbeit müssen auch im verteilten Team weiter funktionieren. Neue Anforderungen und Rahmenbedingungen haben uns und viele Unternehmen unter radikalen Veränderungsdruck gesetzt. Das sich verändernde Infektionsgeschehen, die resultierende Verordnungslage und viele Einzelschicksale zahlen darauf ein. Andere leiden unter angeschlagenen Lieferketten.

Diese neuen Herausforderungen können uns an unsere Belastungsgrenze und darüber hinaus bringen. Hier gilt es, den persönlichen Status zu erkennen. Es ist nicht immer leicht, die eigenen Grenzen zu akzeptieren und damit umzugehen. Folgende Fragen sind hilfreich.
Wie geht es Dir wirklich?
Wie fühlst Du Dich?
Benötigst Du jemanden, der*die Dir zuhört?
Organisationsentwicklung als Transformation
Mit der Veränderung der Rahmenbedingungen sind Unternehmen dazu gezwungen, sich anzupassen. Diese Transformation der Unternehmen ist von außen getrieben. Organisationen müssen neue Wege finden, ihre Ergebnisse auf die Straße zu bekommen. Für Teams bedeutet das, alte Erkenntnisse und Orientierungswerte zu hinterfragen. Die Kriterien zur Bestimmung des eigenen Kurses müssen neu definiert werden. In der Auseinandersetzung miteinander entwickeln Teams einen gemeinsamen Blick für das Neue. Das klingt romantisch. Kostet in der Realität aber Kraft und Zeit. Natürlich haben diese Anpassungen auch Auswirkungen auf das Individuum.
Wo findet Eure Auseinandersetzung als Team statt?
Haben alle im Team eine Stimme?
Umgang als Individuum

Für mich und meine Arbeit bedeutet das, dass ich mich weniger bewege. Dafür sitze ich mehr. Kommunikation erfolgt am Bildschirm. Und ich werde viel weniger umarmt! Will ich das? Möchte ich so arbeiten? Was möchte ich stattdessen? Wie komme ich dorthin?
Die neuen Fragen, Druck und manchmal Stress. Es ist wichtig die eigenen Bedürfnisse und Oasen zu kennen.
Was ist mir zu viel?
Was brauche ich?
Wo kann ich auftanken?
Das neue Normal
Einige sprechen vom neuen Normal. Auch wir tun das. Im neuen Normal versammeln sich unterschiedliche Aspekte. Einige dieser Aspekte sind schon klar erkennbar. Andere liegen noch weitestgehend verborgen. Klar ist, dass das neue Normal anders ist. Und es hat mit kontinuierlicher, vielleicht auch dauerhafter, Veränderung zu tun. Wie kann uns das in die Überlastung führen? "Normal" ist ein Konstrukt, das unseren Alltag eigentlich einfacher machen soll. Es gibt uns Sicherheit und Orientierung, zu wissen, was normal ist. Wenn sich das Normal verändert und Veränderung enthält, dann strengt mich das an. Manchmal macht es mir sogar Angst. Mir hilft es, aktiv zu werden und mir Handlungsoptionen bewusst zu machen. Es hilft, offen darüber zu sprechen und zu hören, wie es anderen damit geht.
Wo sind Deine Oasen?
Was kannst Du auch erstmal liegen lassen?
Wo kannst Du auftanken und Kraft schöpfen?
Komplexe Aufgabenstellungen bewältigen

Als Organisation, Team und Individuum da durch zu navigieren, ist eine komplexe Aufgabe. In komplexen Aufgaben braucht es den Mut, voran zu gehen. Fehltritte sind dabei wertvolle und wichtige Erkenntnispunkte. Es braucht Lernmomente und auch Feiermomente im Prozess. Kleine Schritte helfen, sich nicht zu überfordern. Regelmäßige Schritte helfen dabei, in Bewegung zu kommen und zu bleiben.
Was ist machbar?
Ist der Schritt auch klein genug?
Wie können wir zu einem realistischem Abschluss kommen?